Kurz erklärt: Was ist das Schultergelenk?
Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Dank kleiner Pfanne und dynamischer Rotatorenmanschette erlaubt sie Armhebungen in fast alle Richtungen.
Anatomischer Aufbau im Detail
Jedes Gelenk ist ein hochgradig austariertes Gefüge aus festen und elastischen Gewebsschichten:
- Oberarmkopf (Caput humeri): Großer Gelenkkopf.
- Schulterblattpfanne (Glenoid): Flache, kleine knöcherne Kontaktfläche.
- Labrum glenoidale: Faserknorpeliger Pfannensaum zur Vergrößerung der Auflage.
- Rotatorenmanschette: 4 Muskeln (Supraspinatus, Infraspinatus, Teres minor, Subscapularis).
- Schulterdach (Akromion): Knöcherner Ausläufer des Schulterblatts.
- Schultergürtel-Verbund: Harmonisches Zusammenspiel aus 5 Gelenken und Gleitebenen.
Bewegungsumfang (Range of Motion)
Physiologischer Bewegungsraum: Armhebung (Elevation) bis 180°, Abduktion 180°, weite Innen- und Außenrotation.
Um diesen Bewegungsumfang zu erhalten, benötigt das Gelenk regelmäßige endgradige Reize im schmerzfreien Raum.
Im Alltag: Bewegungsmuster & Belastungen
Greifen nach Gegenständen im Oberschrank, Jacke anziehen, Kämmen, Arbeiten an der Tastatur.
Muskelkraft: Die aktiven Schienen des Gelenks
Die Rotatorenmanschette muss den Kopf aktiv in der Pfanne halten, während große Muskeln (Deltamuskel, Pectoralis) Hebelkräfte erzeugen.
Beweglichkeit: Warum Einschränkungen entstehen
Verklebungen der Gelenkkapsel können zur schmerzhaften Bewegungseinschränkung (Schultersteife / Frozen Shoulder) führen.
Häufige Beschwerdebilder (sachlich eingeordnet)
Subakromiales Impingement-Syndrom (Engpass unter dem Schulterdach), Sehnenreizungen der Rotatorenmanschette, Schultergelenkarthrose (Omarthrose).