Drei Informationsquellen für das Gehirn
Um das Gleichgewicht gegen die Schwerkraft zu halten, verarbeitet das Gehirn (insbesondere das Kleinhirn und der Hirnstamm) kontinuierlich Daten aus drei getrennten Sensorsystemen:
- Das visuelle System (Die Augen): Liefert die optische Referenz zur Horizontlinie und zur Umwelt.
- Das vestibuläre System (Das Innenohr): Drei flüssigkeitsgefüllte Bogengänge und zwei Otolithenorgane registrieren Drehbewegungen des Kopfes sowie lineare Beschleunigung und Schwerkraft.
- Das propriozeptive System (Die Tiefensensibilität): Millionen winziger Rezeptoren in Fußsohlen, Gelenkkapseln, Sehnen und Muskeln melden jede Gewichtsverlagerung und Gelenkwinkeländerung.
Balanceverlust im Alltag und Sturzprävention
Mit zunehmendem Alter oder durch mangelnde Reizung lässt die Signalübertragung der Rezeptoren nach. Werden dann die Augen geschlossen (z. B. beim Duschen) oder ist der Boden uneben, gerät der Körper ins Schwanken. Regelmäßiges Balancetraining reaktiviert die neuronalen Netzwerke und ist das fundierteste Mittel zur Sturzprophylaxe.
Quellen & Evidenz:
Unsere Artikel stützen sich auf Veröffentlichungen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG / Gesundheitsinformation.de), das Bundesgesundheitsministerium (gesund.bund.de) sowie Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).