PATHOLOGIE & WISSEN / WISSEN

Warum Bewegung bei Arthrose unverzichtbar ist: Die Evidenz

Das Dogma der absoluten Schonung ist wissenschaftlich überholt. Warum gezielte Bewegung Schmerzen dämpft, die Gelenkschmiere aktiviert und Entzündungen hemmt.

Schonung führt in die Abwärtsspirale

Werden Gelenke aus Angst vor Schmerzen geschont, setzt ein fataler Kreislauf ein:

  1. Muskeln bauen ab (Inaktivitätsatrophie) → Die Gelenke verlieren ihre aktive Stoßdämpfung.
  2. Der Knorpel wird mangels Wechseldruck schlechter mit Nährstoffen versorgt → Geweberegeneration verlangsamt sich.
  3. Bänder und Kapseln verkürzen sich → Das Gelenk versteift weiter.
  4. Die Schmerzschwelle des Nervensystems sinkt → Schon kleinste Bewegungen tun weh.

Körpereigene Schmerzhemmung durch Bewegung

Regelmäßige, moderate körperliche Aktivität stimuliert das zentrale Nervensystem zur Ausschüttung körpereigener schmerzhemmender Substanzen (Endorphine, Serotonin) und aktiviert absteigende Schmerzhemmbahnen im Rückenmark. Zudem schüttet aktivierte Muskulatur sogenannte Myokine aus – hormonähnliche Botenstoffe, die im gesamten Körper entzündungshemmende Signale aussenden.

Quelle & Orientierung: Die Evidenz internationaler Cochrane-Reviews sowie Leitlinien von gesund.bund.de belegen eindeutig: Land- und wasserbasierte Übungsprogramme reduzieren Schmerzen bei Hüft- und Kniearthrose signifikant und verbessern die Lebensqualität vergleichbar mit gängigen Schmerzmitteln, jedoch ohne deren gastrointestinale oder kardiovaskuläre Nebenwirkungen.
Quellen & Evidenz: Unsere Artikel stützen sich auf Veröffentlichungen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG / Gesundheitsinformation.de), das Bundesgesundheitsministerium (gesund.bund.de) sowie Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).