KNIE / WISSEN

Kniearthrose (Gonarthrose) verständlich erklärt

Wenn die Knorpelschicht im Knie dünner wird, sprechen Mediziner von Gonarthrose. Welche Ursachen eine Rolle spielen und warum Krafttraining die Beschwerden mindern kann.

Was bedeutet Gonarthrose?

Die Kniearthrose (Gonarthrose) bezeichnet degenerative Veränderungen an den Knorpel- und Knochenstrukturen des Kniegelenks. Sie kann das gesamte Knie betreffen (Panarthrose) oder sich auf bestimmte Abschnitte konzentrieren: etwa den inneren Gelenkspalt (mediale Gonarthrose, häufig bei O-Bein-Achse), den äußeren Gelenkspalt (laterale Gonarthrose bei X-Bein-Achse) oder den Raum hinter der Kniescheibe (Retropatellararthrose).

Typische Symptome im Verlauf

Typisch für das Knie ist der sogenannte Anlaufschmerz: Nach längerem Sitzen oder morgens beim Aufstehen fühlen sich die ersten Schritte schmerzhaft und unrund an. Nach 20 bis 50 Schritten wird das Gangbild flüssiger, da die Gelenkschmiere sich erwärmt hat. Bei fortschreitendem Verlauf können Schmerzen beim Hinabsteigen von Treppen auftreten, da hier das Fünffache des Körpergewichts auf die Knorpelflächen drückt.

Die Rolle der Oberschenkelmuskulatur (Quadrizeps)

Zahlreiche klinische Studien belegen eindeutig: Eine kräftige Oberschenkelmuskulatur ist der wichtigste Einzelfaktor, um das Fortschreiten von Knieschmerzen zu verlangsamen. Der Quadrizeps wirkt wie ein Stoßdämpfer an einem Kraftfahrzeug: Federt die Muskulatur die Wucht des Fußaufsatzes aktiv ab, gelangt nur ein Bruchteil der Erschütterung an die Knorpelfläche.

Leitlinienempfehlung: Nationale VersorgungsLeitlinien empfehlen strukturierte Bewegungsprogramme, Krafttraining für Beinstrecker und Beinbeuger sowie Ausdauersportarten mit runder Tretbewegung (z. B. Ergometertraining) als Basistherapie bei Kniearthrose vor jeder invasiven Maßnahme.
Quellen & Evidenz: Unsere Artikel stützen sich auf Veröffentlichungen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG / Gesundheitsinformation.de), das Bundesgesundheitsministerium (gesund.bund.de) sowie Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).